Mit einer Entwicklungsgeschichte von mehr als 100 Jahren zählt der Kunststoffspritzguss heute zu den beliebtesten Verfahren für die Herstellung von Kunststoffteilen. Von hochpräzisen Komponenten bis zu Einwegartikeln und von großen Bauteilen bis zu winzigen Teilen: Das Verfahren kommt in zahlreichen Branchen zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem Automobil- und Luftfahrtkomponenten, Elektroteile, Medizinprodukte, Aufbewahrungsbehälter, Spielzeug und Lebensmittelverpackungen. Für Produkte mit unterschiedlichen Funktionen und Einsatzbereichen werden zahlreiche thermoplastische Kunstharze verarbeitet. Besonders verbreitet sind ABS, PP, PC, PA, PE und PVC. Mit Masterbatches oder durch Compoundierung lassen sich die Kunststoffe in nahezu jeder gewünschten Farbe verarbeiten. Dank der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten wurden thermoplastische Kunstharze so weiterentwickelt, dass sie bessere Formgebungsergebnisse liefern und auch anspruchsvollen Bedingungen in bestimmten Branchen standhalten. Mit der Weiterentwicklung des Kunststoffspritzgusses werden die Anforderungen an thermoplastische Kunststoffe weiter steigen.
Die Wahl des thermoplastischen Kunstharzes für ein Produkt bestimmt auch die erforderliche Formstahlsorte. Stark korrosive Kunstharze erfordern korrosionsbeständigen Stahl für den Formhohlraum; mitunter ist eine zusätzliche Stahlbehandlung nötig, um den Korrosionsschutz zu verbessern. Kunstharze mit Glasfaser verursachen stärkere Reibung am Formhohlraum, weshalb der Stahl besonders verschleißfest sein muss. Die Wahl des Formenmaterials ist entscheidend, da sie sich auf die Projektkosten und die spätere Wartung der Form auswirkt. Ein Grund für die Beliebtheit des Kunststoffspritzgusses ist die große Auswahl an Oberflächen, die sich auf der Form erzeugen lassen und den Produkten unterschiedliche Optik und Funktion verleihen. Eine hochglanzpolierte Oberfläche für einen Kaffeeauslauf, eine strukturierte Oberfläche für das Armaturenbrett eines Autos oder eine matte Oberfläche für ein Laptopgehäuse – all das ist im Kunststoffspritzguss möglich. Mit den Fortschritten in der Bearbeitung lassen sich Bauteile mit komplexeren Merkmalen und höherer Präzision fertigen. Dadurch können im Kunststoffspritzguss auch Produkte mit höheren Anforderungen hergestellt werden.
Mit geeignetem Formstahl können Spritzgussformen so ausgelegt werden, dass sie die benötigte Stückzahl eines identischen Teils produzieren – von einem Einzelstück über Hunderte oder Tausende bis hin zu einer Million. Der gesamte Kunststoffspritzgussprozess lässt sich weitgehend automatisieren. Vom Einfüllen des Materials in die Spritzgießmaschine bis zur Entnahme der Formteile durch einen Roboter ist bei einem hochautomatisierten Produktionsablauf weniger Personal erforderlich. Das senkt nicht nur die Arbeitskosten, sondern macht den Kunststoffspritzguss auch zu einem idealen Verfahren, um große Stückzahlen desselben Produkts in kurzer Zeit herzustellen.
Die große Auswahl an Materialien und Oberflächen, die höhere Festigkeit thermoplastischer Kunstharze, moderne Bearbeitungsverfahren, die schnelle Fertigung identischer Teile und ein hoher Automatisierungsgrad machen den Kunststoffspritzguss in vielen Branchen beliebt.







